Die Stadtführer*in

Die Stadtführer*in wird ein anderer Stadtplan, der Perspektiven, Gefühle, Erinnerungen und Orte sichtbar macht, die auf konventionellen Stadtplänen nicht vorkommen. Die Stadtführer*in stört Sehgewohnheiten, den alltäglichen Blick, Bewegungen in der Stadt Köln.

Die Stadtführer*in wird ein gedruckter/hybrider Stadtplan (und Magazin) und soll um multimediale Darstellungsformen erweitert werden.

Die Stadtführer*in entsteht im Rahmen eines queerfeministischen Projektes. Gestartet als Masterstudienprojekt, wird das Projekt unter Mitarbeit und Unterstützung von Kooperationspartner*innen in Köln und freiwilligen Mitarbeiter*innen weiterentwickelt.

Hierfür suchen wir weiterhin nach Beiträgen, die in der Stadt Köln verortet sind. Auch nicht-verortete Beiträge (z.B. queerfeministische Perspektiven auf Stadt und Raum) können eingereicht werden. Hier geht’s zum Aufruf:

Was hat Stadt mit Patriarchat zu tun?

Wir leben in Städten, die Stadt ist unser Alltag, aber die Stadt ist kein neutraler Ort.

Das zeigt sich zum Beispiel an der Höhe der Sitze an der Bushaltestelle, die an der Durchschnittsgröße eines cis-Manns ausgerichtet ist, an der Wohnungsmarktpolitik,
daran, wie und an welche Stadtpersönlichkeiten erinnert wird, wie verschiedene Körper wahrgenommen und kommentiert werden und was das für die betroffenen Personen bedeutet,
daran, an welchen Bedürfnissen, Lebenslagen und Körpern sich die Gebäudeplanung und auch die städtische Infrastruktur orientieren.

„Räumliche Strukturen sind eine Variante gesellschaftlicher Strukturen.“ (Löw 2017, 217)

Patriarchale und sexistische Strukturen sind in die Stadt eingeschrieben. Die Stadt als Raum, in dem Diskriminierungen und Grenzüberschreitungen stattfinden. Die Stadt als Störfaktor, der selbst diskriminiert und ausschließt. Diese Strukturen zeigen sich auch auf konventionellen Stadtplänen, die oftmals die dominanten patriarchalen Sichtweisen auf Stadt reproduzieren, anstatt sie zu kritisieren.

Wir machen diese städtischen Strukturen sichtbar, indem wir einen alternativen Stadtplan erstellen: Wir wollen nicht mehr nur den Kölner Dom auf Stadtplänen sehen, sondern eure Perspektiven, Gefühle, Erinnerungen und Orte abbilden.

Wie wir arbeiten

Wir sind Redakteur*innen, Projektmanager*innen, Ansprechpartner*innen, Zuhörer*innen und Ideenstifter*innen. Als Kernteam und Redaktion begleiten und kuratieren wir das Projekt, beschäftigen uns mit queerfeministischer Kritik an Stadt und Raum, lesen, recherchieren, treten in Kontakt, fragen nach, tragen zusammen und  lektorieren.
Wir wollen stören. Die Stadt Köln herausfordern. Unruhe stiften. Horizont(e) erweitern. 

„Sobald unsere Städte gebaut sind, formen und beeinflussen sie soziale Beziehungen, Macht, Ungleichheit und […] ihre Form unterstützt die Festlegung der Bandbreite von Möglichkeiten für Individuen und Gruppen.“ (Kern 2020, 21)

Dabei ist es unser Ziel, so machtkritisch wie möglich zu arbeiten. Das bedeutet, dass

1. wir uns explizit für eine antirassistische und dekoloniale Haltung und queerfeministische intersektionale Perspektiven einsetzen.
2. wir mit den Grenzen unseres Wissens bewusst umgehen und daran arbeiten: umso mehr sind wir auf eure Ideen, Anregungen, Perspektiven und Beiträge angewiesen.
3. ihr entscheidet, ob und wie euer Beitrag geteilt und dargestellt wird. Gemeinsam arbeiten wir an der inhaltlichen und grafischen Gestaltung der Stadtführer*in.  
4. unser Projekt aktive (Ver-)Lernprozesse voraussetzt. Wir wollen uns mit der eigenen Verstrickung in Machtstrukturen, erlernten Bildern und Stereotypen, unseren Privilegien, unseren Ressourcen und Unsicherheiten auseinandersetzen.